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Projekt IdA: Vorreiter in der Wirkungsanalyse zur Integration Langzeitarbeitsloser

Innovative Ansätze und Herausforderungen bei der Wiedereingliederung arbeitsfähiger Sozialhilfeempfänger in Berlin

Das Projekt IdA war ein wegweisendes Projekt, da hier die Wirkungsmessung sowohl konzeptionell als auch fachlich und in Bezug auf die technische Umsetzung in der Fläche bereits im Detail erprobt wurde.

Bei IdA sollten langzeitarbeitslose, arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger in Arbeit gebracht werden, um den Berliner Haushalt zu entlasten. Dafür sollten Integrationsmaßnahmen in Höhe von 500 Mio. DM eingesetzt werden, die sich aus den erzielten Entlastungen finanzieren sollten.

Für die operative Umsetzung wurde die Standardsoftware ePBN zur Ziel- und Wirkungsorientierten Steuerung in der Kommunalverwaltung ausgewählt. Die Wirkungsmessung erfolgt auf Basis von Einzelfallinformationen je Hilfeempfänger. Damit einher geht der Aufbau eines Hilfeempfängerkontos im Sinne einer elektronischen Fallakte. Die strategische Planung, Steuerung und das Controlling erfolgen auf aggregierten Daten nach Zielgruppen. Maßgeblich wird das Projekt von hfp unter Begleitung und Federführung der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen durchgeführt. Einbezogen waren als Testverwaltungen die Sozialämter der Bezirke Neukölln und Treptow-Köpenick, die Senatsverwaltung für Finanzen und die Senatsverwaltung für Inneres (Koordinierung). 

Um die arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger wieder in Arbeit zu bringen, wurde mit den Fachleuten ein Integrationskamin bestehend aus sieben Zielen erarbeitet, wobei nur die ersten beiden die intendierten entlastenden Effekte erzielen konnten:

  • Ziel: Integration in den ersten Arbeitsmarkt
  • Ziel: Integrationsvorbereitung im zweiten Arbeitsmarkt (Ziel war es hier, dass die Teilnehmer die Arbeit mindestens ein Jahr in einer Beschäftigungsgesellschaft durchhalten, um bei einer anschließenden Arbeitslosigkeit aus dem Budget des Arbeitsamtes (heute Arbeitsagentur) und nicht dem Sozialbudget Berlins Leistungen zu beziehen.)
  • Ziel: Erhöhung der Qualifizierung (Ziel war es die Teilnehmer für das nächste höhere Ziel zu qualifizieren)
  • Ziel: Vermittlung in Ausbildung
  • Ziel: Erhöhung der Arbeitsfähigkeit
  • Ziel: Soziale Stabilisierung
  • Ziel: Aktivierung nicht mitwirkungsbereiter Sozialhilfeempfänger

Im Rahmen von Hilfeplangesprächen wurden je Hilfeempfänger die vorgefundenen Ressourcen analysiert und das jeweils als nächstes erreichbare Ziel vereinbart. Der schrittweise Aufstieg im Integrationskamin führt schließlich zur Erreichung der ersten beiden Ziele, welche die intendierten entlastenden Effekte erzielen konnten: Die Integration in den ersten bzw. in den zweiten Arbeitsmarkt.

Diesen Zielen wurden Maßnahmen zugeordnet. Die Ziele ihrerseits wurden dann Leistungsempfängern zugeordnet. Die Zielerreichung wurde dann an den Hilfeempfängern in definierten Zeitabständen gemessen. Um die anfallenden Datenmengen zu bewältigen, wurde hier bereits der Prototyp einer von hfp entwickelten Software eingesetzt.

Die erhofften Ergebnisse blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die kontinuierliche und sich jährlich wiederholende Überprüfung der Erfolge und der Bedarfe zum Nachsteuern in der Zielerreichung zeigte im Ergebnis, dass beispielsweise nur 4,5 % der geplanten 50% der Sozialhilfeempfänger im ersten oder zweiten Arbeitsmarkt angekommen waren.

Die differenzierte Wirkungsanalyse zeigte welche Produkte einen höheren und welche einen niedrigeren Erfolgsbeitrag hatten und folglich ausgeweitet oder reduziert werden sollten.

Die Erfassung der Zielerreichungen erfolgt je Hilfeempfänger und dezentral durch die Fallmanager. Durch den Bezug zum Hilfeempfänger sind die, für das Management aggregierten, Zielerreichungen fakten-basiert und keine Schätzwerte.

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